Pharmakodynamik
Macrogol 3350 wirkt aufgrund seiner osmotischen Eigenschaften und der Stuhlvolumenerhöhung im Darm abführend. Die weiteren enthaltenen Elektrolyte werden über die intestinale Barriere mit Serum-Elektrolyten ausgetauscht, sodass es zu keinem Nettogewinn oder –verlust von Kalium, Natrium und Wasser kommt.
Pharmakokinetik bei Kindern
Macrogol 3350 wird im Magen-Darm-Kanal nicht metabolisiert. Aufgrund des hohen Molekülgewichts werden ≤0,1% aus dem Magen-Darm-Kanal absorbiert und dann über den Urin ausgeschieden. Nach der Rekonstitution beugen die Elektrolyte in der Lösung vor, dass der Elektrolythaushalt zwischen dem Darmkanal und dem Plasma gestört wird.
Zulassung der Dosierungsempfehlungen
- Obstipation
- oral
- ≥1 Monat bis <2 Jahre: off-label
- ≥2 Jahre bis <18 Jahre: zugelassen
- Koprostase
- oral
- ≥1 Monat bis <5 Jahre: off-label
- ≥5 Jahre bis <18 Jahre: zugelassen
- Magen-Darm-Spülung (Vorbereitende Darmentleerung)
- oral
- ≥1 Monat bis <18 Jahre: off-label
- Distales intestinales Obstruktionssyndrom (DIOS) bei Mukoviszidose
- oral
- ≥1 Monat bis <18 Jahre: off-label
Auszug aus Fachinformation
Auszug aus Fachinformation
Textauszug aus Fachinformation
Oral zur Behandlung von chronischer Obstipation bei Kindern im Alter von 2 bis 11 Jahren.
Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren:
- Zu Behandlungsbeginn: 1 Beutel (6,9 g) als Tagesdosis
Kinder im Alter von 7 bis 11 Jahren:
- Zu Behandlungsbeginn: 2 Beutel (6,9 g) als Tagesdosis
- Sollte eine Dosiserhöhung erforderlich sein, sollte diese jeden zweiten Tag erfolgen.
- Im Normalfall beträgt die maximal erforderliche Tagesdosis nicht mehr als 4 Beutel.
[Ref.]
Jugendliche ab 12 Jahre und Erwachsene:
- 1 – 3 Beutel (13,7 g) täglich in Teildosen, abhängig vom individuellen Ansprechen.
- Für eine länger dauernde Anwendung kann die Dosis auf 1 oder 2 Beutel täglich reduziert werden.
[Ref.]
Oral zur Behandlung von Koprostase bei Kindern ab 5 Jahren, definiert als refraktäre Obstipation, bei der Rektum und/oder Kolon mit Kot angefüllt sind.
Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren:
- 1 Beutel = 6,9 g
- Tägliche Dosierung:
- 1. Tag: 4 Beutel
- 2. Tag: 6 Beutel
- 3. Tag: 8 Beutel
- 4. Tag: 10 Beutel
- 5. Tag-7.Tag: 12 Beutel
- Die Anzahl der pro Tag erforderlichen Beutel sollte in Teildosen eingenommen werden, die alle innerhalb eines Zeitraums von 12 Stunden verabreicht werden.
- Das oben aufgeführte Dosierungsschema sollte beendet werden, sobald die Koprostase behoben ist.
- Nach Behebung der Koprostase wird empfohlen, bei dem Kind ein geeignetes Stuhlregulierungsprogramm zur Verhütung einer erneuten Koprostase durchzuführen (die Dosierung zur Prävention einer erneuten Koprostase sollte der bei Patienten mit chronischer Obstipation entsprechen)
[Ref.]
Jugendliche ab 12 Jahre und Erwachsene:
- Normalerweise geht die Behandlung einer Koprostase nicht über 3 Tage hinaus.
- 8 Beutel täglich, die alle innerhalb eines Zeitraums von 6 Stunden eingenommen werden sollten.
[Ref.]
Oral zur Darmreinigung vor diagnostischen Untersuchungen (z.B. Koloskopie) und vor operativen Eingriffen am Darm.
- nur für Erwachsene zugelassen
- Dosierungsempfehlung siehe Fachinformation
[Ref.]
Präparate im Handel
Allgemein
Im Handel befinden sich Pulver zur Herstellung einer Lösung und Konzentrate.
Die Präparate werden als Arzneimittel oder Medizinprodukte vertrieben. Verordnungsfähige Medizinprodukte sind in der Anlage V der Arzneimittelrichtlinie gelistet.
Pulver zur Herstellung einer Lösung
Präparate im Handel (ausgewählte Beispiele):
| Präparat |
1 Dosis entspricht |
Problematische Hilfsstoffe |
Aroma |
Altersangabe |
| Juniorlax® |
6,9 g |
Saccharin Sorbitol |
Zitrone-Limette/ Apfelsine |
Arzneimittel; 2-11 Jahre: chronische Obstipation |
| Kinderlax® mit Zitrusgeschmack |
6,9 g |
Saccharin Sorbitol |
Zitrone-Limone/ Apfelsine |
Arzneimittel; 2-11 Jahre: chronische Obstipation |
| MACROGOL AL 6,9 g Plv.z.Her.e.Lsg.z.Einnehmen |
6,9 g |
Acesulfam |
Zitrone |
Arzneimittel; 2-11 Jahre: chronische Obstipation, 5-11 Jahre: Koprostase |
| MACROGOL Strides Junior 6,86 g Plv.z.H.e.L.z.Einn. |
6,9 g |
Acesulfam |
Zitrone |
Arzneimittel; 2-11 Jahre: chronische Obstipation, 5-11 Jahre: Koprostase |
| MOVICOL Junior aromafrei 6,9 g Plv.z.H.e.L.z.Einn. |
6,9 g |
- |
aromafrei |
Medizinprodukt, Anlage V; 2-11 Jahre: chronische Obstipation, 5-11 Jahre: Koprostase |
| MOVICOL Junior Schoko Plv.z.Her.e.Lsg.z.Einnehmen |
6,9 g |
Acesulfam Propylenglykol Benzylalkohol |
Schokolade |
Medizinprodukt, Anlage V; 2-11 Jahre: chronische Obstipation |
| MACROGOL AL 13,7 g Plv.z.Her.e.Lsg.z.Einnehmen |
13,7 g |
Acesulfam |
Zitrone |
Arzneimittel; Jugendliche ab 12 Jahren zur Behandlung der chronischen Obstipation und Koprostase |
| Macrogol Strides 13,72 g Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen |
13,7 g |
Acesulfam |
Zitrone |
Arzneimittel; Jugendliche ab 12 Jahren zur Behandlung der chronischen Obstipation und Koprostase |
| MOVICOL aromafrei Plv.z.Her.e.Lsg.z.Einnehmen MP |
13,7 g |
- |
aromafrei |
Medizinprodukt, Anlage V; Jugendliche ab 12 Jahren zur Behandlung akuter und chronischer Verstopfung |
| MOVICOL Beutel Plv.z.Her.e.Lsg.z.Einnehmen |
13,8 g |
Acesulfam |
Zitrone/Limone |
Medizinprodukt, Anlage V; Jugendliche ab 12 Jahren zur Behandlung akuter und chronischer Verstopfung |
| MOVICOL Schoko Plv.z.Her.e.Lsg.z.Einnehmen |
13,9 g |
Acesulfam Propylenglykol Benzylalkohol |
Schokolade |
Medizinprodukt, Anlage V; Jugendliche ab 12 Jahren zur Behandlung akuter und chronischer Verstopfung |
| MOVICOL V 13,81 g Plv.z.Her.e.Lsg.z.Einnehmen |
13,8 g |
Acesulfam |
Zitrone |
Medizinprodukt, Anlage V; rezeptpflichtig; Jugendliche ab 12 Jahren zur Behandlung akuter und chronischer Verstopfung und Koprostase |
Anwendungshinweise:
- 1 Beutel à 6,9 g in 62,5 ml Wasser (1/4 Glas) auflösen; für die Anwendung bei Koprostase 12 Beutel à 6,9 g in bis zu 750 ml Wasser auflösen.
- 1 Beutel à 13,8 g in 125 ml Wasser (1/2 Glas) auflösen; für die Anwendung bei Koprostase 8 Beutel à 13,8 g in bis zu1 l Wasser auflösen.
- Nach Zubereitung max. für 24 h im Kühlschrank aufbewahren.
- Einnahmezeitpunkt ist unabhängig von der Aufnahme von Nahrungsmitteln und Getränken.
Konzentrate
Präparate im Handel:
| Präparat |
Stärke |
Problematische Hilfsstoffe |
Aroma |
Altersangabe |
| MOVICOL flüssig Orange |
0,525 g Macrogol 3350/ml |
Acesulfam Sucralose Benzylalkohol Methyl-4-hydroxybenzoat Ethanol |
Apfelsine |
Medizinprodukt, Anlage V; Jugendliche ab 12 Jahren zur Behandlung der chronischen Obstipation |
| MACROGOL-ratiopharm flüssig Orange |
0,525 g Macrogol 3350/ml |
Acesulfam Sucralose |
Apfelsine |
Medizinprodukt, Anlage V; Jugendliche ab 12 Jahren zur Behandlung der chronischen Obstipation |
Anwendungshinweise:
- 1 Dosis à 25 ml mit 100 ml Wasser (1/2 Glas) verdünnen
- Eine zubereitete Lösung kann verschlossen bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank für max. 24 h aufbewahren.
- Einnahmezeitpunkt ist unabhängig von der Aufnahme von Nahrungsmitteln und Getränken.
- Nicht mit anderen Lösungen, Getränken oder Zusätzen vermischen, damit die Elektrolytkonzentration nicht verändert wird.
Lieferengpässe/weitere praktische Informationen
Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)
Dosierungsempfehlungen
Obstipation
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| Obstipation |
- Oral
-
1 Monat
bis
18 Jahre
[1]
[2]
[4]
[5]
[6]
[7]
[8]
[9]
[10]
[11]
[13]
[15]
[17]
[19]
-
0,3
- 0,8
g/kg/Tag
in 1 Dosis oder mehreren Einzeldosen. Max: 1,5 g/kg/Tag.
- Die Erhaltungsdosis hängt vom individuellen Ansprechen ab, es ist ein Bristol Stool Score von 4 anzustreben. Höhere Dosen als 1,5 g/kg/Tag können erforderlich sein. In diesem Fall sollte fachärztlicher Rat (Kinder-Gastroenterologie) eingeholt werden.
- Die mittlere Initial- und Erhaltungsdosis ist bei Säuglingen und Kleinkindern möglicherweise höher als bei älteren Kindern.
<2 Jahre: off-label
|
Koprostase
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| Koprostase |
- Oral
-
1 Monat
bis
18 Jahre
[3]
[13]
[15]
[17]
[19]
-
1
- 1,5
g/kg/Tag
in 1 Dosis oder mehreren Einzeldosen.
- Behandlungsdauer:
maximal 7 Tage
- Anwendungshinweis:
Den Inhalt des Beutels kurz vor der Verwendung in Wasser auflösen (Menge hängt vom Präparat ab).
Nach erfolgter Stuhlentleerung wird empfohlen, geeignete Maßnahmen zur Darmregulierung zu ergreifen um das Wiederauftreten der Koprostase zu verhindern (die Dosierung dazu erfolgt entsprechend der Behandlung der chronischen Obstipation).
<5 Jahre: off-label
|
Magen-Darm-Spülung (Vorbereitende Darmentleerung)
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| Magen-Darm-Spülung (Vorbereitende Darmentleerung) |
- Oral
-
<
5 Jahre
[12]
-
90
ml/kg/Tag
in 2
Dosen.
- Anwendungshinweis:
- Nicht schneller als 30 ml/kg/h verabreichen.
- Am Abend vor der Untersuchung in 2 gleiche Dosen aufteilen und mit einem zeitlichen Abstand von mindestens 2 Stunden einnehmen.
- Der Inhalt eines Beutels wird in 1 Liter Wasser aufgelöst.
off-label
-
5 Jahre
bis
9 Jahre
[12]
-
80
ml/kg/Tag
in 2
Dosen.
- Anwendungshinweis:
- Nicht schneller als 30 ml/kg/h verabreichen.
- Am Abend vor der Untersuchung in 2 gleiche Dosen aufteilen und mit einem zeitlichen Abstand von mindestens 2 Stunden einnehmen.
- Der Inhalt eines Beutels wird in 1 Liter Wasser aufgelöst.
off-label
-
≥ 10 Jahre
[12]
-
70
ml/kg/Tag
in 2
Dosen.
- Anwendungshinweis:
- Nicht schneller als 30 ml/kg/h verabreichen.
- Am Abend vor der Untersuchung in 2 gleiche Dosen aufteilen und mit einem zeitlichen Abstand von mindestens 2 Stunden einnehmen.
- Der Inhalt eines Beutels wird in 1 Liter Wasser aufgelöst.
off-label
|
Distales intestinales Obstruktionssyndrom (DIOS) bei cystischer Fibrose
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| Distales intestinales Obstruktionssyndrom (DIOS) bei cystischer Fibrose |
- Oral
-
1 Monat
bis
18 Jahre
[14]
-
2
g/kg/Tag
in 1
Dosis. Max: 100 g/Tag.
off-label
|
Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate
GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.
GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern
Gastrointestinale Nebenwirkungen wie Diarrhoe, Schmerzen im Unterbauch/Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Flatulenz. Fäkale Inkontinenz bei fäkaler Impaktion. Perianale Schmerzen bei Darmreinigung. Des Weiteren wurden Kopfschmerzen, Pruritus ani, anale Reizung und Hypersensitivitätsreaktionen verzeichnet. Elektrolytstörungen [Boles 2015].
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein
Je nach Präparat unterschiedlich. Unter anderem: Palpitationen, vorübergehende Blutdruckerhöhung, Pruritus, Kopfschmerzen, periphere Ödeme, Bauchschmerzen und Krämpfe, Diarrhoe, Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, Borborygmus, Flatulenz.
Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
Kontraindikationen bei Kindern
Akute Bauchschmerzen und Obstruktion oder Perforation des Darmes. Schwere entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Ileus. Toxisches Megakolon.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern
Bei der Anwendung von Macrogol sollte ausreichend getrunken werden, da sonst erhöhte Gefahr einer Verstopfung besteht [Niederländische Gesellschaft für Kinderheilkunde 2015].
Treten bei einem Kind infolge einer Störung der Elektrolythomöostase Symptome auf, muss die Verwendung sofort abgebrochen werden. Risikogruppen für ein Ungleichgewicht des Wasser- und Elektrolythaushaltes sind Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion oder Patienten, die Diuretika einnehmen [SmPC Forlax]. Die Elektrolytspiegel müssen bestimmt und Störungen adäquat behandelt werden.
Kinder zwischen 2-4 Jahren mit reduzierter kardiovaskulärer Funktion dürfen nicht mehr als 2 Beutel Macrogol/Elektrolyte Junior pro Stunde verabreicht bekommen [Colombo 2011]. Kinder zwischen 5-11 Jahren mit reduzierter kardiovaskulärer Funktion dürfen nicht mehr als 3 Beutel Macrogol/Elektrolyt Junior pro Stunde zu sich nehmen. Für die Behandlung fäkaler Impaktion bei Kindern ≥12 Jahren mit reduzierter Herzfunktion muss die Dosis so verteilt werden, dass max. 2 Beutel pro Stunde eingenommen werden.
Macrogol/Elektrolyt (Junior) darf nicht an Patienten mit Koprostase verabreicht werden, die chronisch bettlägerig sind oder (möglicherweise) eine reduzierte Darmmotilität aufweisen. Klean-prep muss bei älteren, verletzlichen und schwachen Patienten sowie Kleinkindern unter medizinischer Aufsicht verabreicht werden.
Bei Kindern kann die Verabreichung einer Lösung mit Polyethylenglykol und Elektrolyten zur Darmreinigung schwierig sein. Eine gute Reinigung erfordert die Einnahme einer relativ großen Flüssigkeitsmenge und die Verabreichung muss über mehrere Stunden verteilt werden, um Übelkeit und Erbrechen vorzubeugen. Wenn Kinder nicht in der Lage sind, die Flüssigkeit zu trinken, muss diese unter medizinischer Aufsicht über eine nasogastrale Sonde verabreicht werden. Hierfür ist eine stationäre Aufnahme erforderlich. In der Praxis werden jedoch auch niedrigere Dosen mit ausreichender Wirkung verabreicht, da eine höhere Dosis (großes Volumen) oft nicht toleriert wird.
Bewusstlose oder bewusstseinsbeeinträchtigte Patienten oder Patienten mit Neigung zu Aspiration oder Regurgitation müssen während der Verabreichung von Lösungen zur Magen-Darm-Spülung beobachtet werden, insbesondere wenn diese nasogastral erfolgt. Es wurden Fälle von pulmonalen Ödemen infolge der Aspiration von Macrogol Magen-Darm-Spüllösungen verzeichnet, die eine unverzügliche Behandlung erforderten.
Die Behandlung von Kindern mit chronischer Obstipation sollte über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden (mindestens 6-12 Monate). [SmPC]
Da für diese Patientengruppe keine klinischen Daten vorliegen, wird die Behandlung von Koprostase mit Movicol Junior aromafrei bei Kindern mit eingeschränkter kardiovaskulärer Funktion nicht empfohlen. [SmPC]
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein
- Die reguläre Flüssigkeitszufuhr wird durch die Verwendung von Macrogol 3350/Elektrolyt Lösung nicht ersetzt.
- Die Diagnose Koprostase im Rektum sollte durch physikalische oder radiologische Untersuchungen von Abdomen und Rektum gesichert werden.
- Tritt nach 2 Wochen Anwendung keine Besserung der Obstipation ein, soll ärztlicher Rat eingeholt werden.
- Eine Langzeitanwendung kann bei Arzneimittel-induzierter Obstipation, die besonders bei Opioiden oder antimuskarinergen Substanzen auftritt, notwendig werden.
- Bei Symptomen, die auf eine Verschiebung des Flüssigkeits- und Elektrolythaushaltes hinweisen, muss die Einnahme sofort beendet, Elektrolytmessungen durchgeführt und bei Abweichungen Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.
Zusätzlich bei der Anwendung von Lösungen zur Magen-Darm-Spülung:
- Bei Anwendung ionisch osmotischer Laxantien wurden selten schwere Arrhythmien (einschließlich Vorhofflimmern) beobachtet.
- Vorsicht bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für Elektrolytstörungen, geschwächten Patienten, klinisch signifikanter Niereninsuffizienz, Arrhythmien oder Patienten mit schlechtem Gesundheitszustand.
- Vorsicht bei Patienten mit beeinträchtigtem Schluckreflex, Refluxösophagitis, beeinträchtigtem Bewusstsein oder bei Neigung zur Aspiration oder zum Erbrechen (besonders bei Verabreichung über Nasogastralsonden). Toxische Lungenödeme und Tachykardien wurden nach Aspiration beobachtet.
- Konvulsionen und schwerwiegende Hyponatriämie aufgetreten.
- Bei bestehender Herzinsuffizienz kann eine Verschlimmerung der Symptome auftreten.
- Sehr selten ist ein Mallory-Weiss-Syndrom aufgetreten.
- Vorsicht bei Anwendung bei Patienten mit bekannten Risikofaktoren für ischämische Kolitis oder bei gleichzeitiger Anwendung stimulierender Abführmittel (wie z. B. Bisacodyl oder Natriumpicosulfat). Patienten, die mit plötzlichen Abdominalschmerzen, rektalen Blutungen oder anderen Symptomen einer ischämischen Kolitis vorstellig werden, sind unverzüglich zu untersuchen.[Ref.]
Die vollständige Auflistung aller Warnhinweise ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
Wechselwirkungen
- Arzneimittel in festen Darreichungsformen, die innerhalb einer Stunde vor oder nach der Einnahme großer Volumina von Macrogol-haltigen Arzneimitteln eingenommen werden, können aus dem Gastrointestinaltrakt ausgeschwemmt werden, so dass diese nicht resorbiert werden.
- Vorsicht in Kombination mit anderen Arzneistoffen, die ebenso den Kalium-Spiegel erhöhen können (z.B. kaliumsparende Diuretika).
- Natriumhydrogencarbonat kann die Resorption von Cefpodoxim-proxetil vermindern.
- Die gleichzeitige Einnahme von Natriumhydrogencarbonat kann den Lithium-Spiegel über eine vermehrte Lithium-Ausscheidung verringern.
Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
MITTEL GEGEN OBSTIPATION
In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.
| Gleitmittel, Emollientia |
|
|
|
A06AA01
|
| Kontaktlaxanzien |
|
|
Bisacodyl
Dulcolax®, Tirgon®, Mediolax®, Hemolax®, Laxagetten®, Pyrilax®
|
A06AB02
|
|
|
|
A06AB08
|
|
|
|
A06AB58
|
| Osmotisch wirkende Laxanzien |
|
|
|
A06AD11
|
|
|
Macrogol 4000
Laxbene®, Dulcosoft®, Forlax®, Giprocol®, Kinderlax®, KSK Macrolax®, Laxofalk®, Macrobalans®; Syn.: Polyethylenglycol, PEG
|
A06AD15
|
| Klysmen |
|
|
|
A06AG04
|
|
|
|
A06AG11
|
|
|
|
A06AG01
|
| Andere Mittel gegen Obstipation |
|
|
|
A06AX01
|
|
|
|
A06AX02
|
| MITTEL GEGEN OBSTIPATION |
|
|
Bisacodyl
Dulcolax®, Tirgon®, Mediolax®, Hemolax®, Laxagetten®, Pyrilax®
|
A06AB02
|
|
|
|
A06AG04
|
|
|
|
A06AX01
|
|
|
|
A06AD11
|
|
|
Macrogol 4000
Laxbene®, Dulcosoft®, Forlax®, Giprocol®, Kinderlax®, KSK Macrolax®, Laxofalk®, Macrobalans®; Syn.: Polyethylenglycol, PEG
|
A06AD15
|
|
|
|
A06AX02
|
|
|
|
A06AG11
|
|
|
|
A06AG01
|
|
|
|
A06AB08
|
|
|
|
A06AB58
|
|
|
|
A06AA01
|
Referenzen
-
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Ardeypharm GmbH, SmPC Juniorlax® 6,9 g Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen (84888.00.00), März 2019
-
INFECTOPHARM Arzneimittel und Consilium GmbH, SmPC Kinderlax® mit Zitrusgeschmack 6,9 g Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen (84889.00.00), November 2018
-
ALIUD PHARMA® GmbH, SmPC Macrogol AL 6,9 g Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen (79647.00.00), Mai 2017
-
ALIUD PHARMA® GmbH, SmPC Macrogol AL 13,7 g Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen (83042.00.00), Juli 2018
-
Strides Pharma (Cyprus) Limited, SmPC Macrogol Strides Junior 6,86 g Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen (95205.00.00), Mai 2019
-
Norgine GmbH, Gebrauchsanweisung MOVICOL® Junior aromafrei 6,9 g Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen, April 2018
-
Norgine GmbH, Gebrauchsanweisung MOVICOL® Junior Schoko 6,9 g Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen, Mai 2019
-
Strides Pharma (Cyprus) Limited, SmPC Macrogol Strides 13,72 g Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen (95206.00.00), Mai 2019
-
Norgine GmbH, Gebrauchsanweisung MOVICOL® aromafrei, 13,7 g Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen, April 2018
-
Norgine GmbH, Gebrauchsanweisung MOVICOL®, 13,8 g Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen, April 2018
-
Norgine GmbH, Gebrauchsanweisung MOVICOL® Schoko, 13,9 g Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen, Mai 2019
-
Norgine GmbH, Gebrauchsanweisung MOVICOL® V, 13,8 g Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen, Mai 2019
-
ratiopharm GmbH, Gebrauchsanweisung Macrogol-ratiopharm flüssig Orange, Juni 2017
-
Norgine GmbH, Gebrauchsanweisung MOVICOL® flüssig Orange, Konzentrat zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen, April 2018
Änderungsverzeichnis
- 23 Dezember 2021 11:26: Die Dosierungsempfehlung in der Indikation "Obstipation" wurde nach einer Überprüfung der wissenschaftlichen Literatur überarbeitet
- 25 August 2020 10:36: Neue Indikation: Distales intestinales Obstruktionssyndrom (DIOS) bei Mukoviszidose
- 11 Mai 2020 17:39: Neue Monographie
Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)
Überdosierung